KI für crowdbasierte Plattformen: Einsatz von tiefen neuronalen Netzen zur Prozessoptimierung und Rationalisierung

KI für crowdbasierte Plattformen: Einsatz von tiefen neuronalen Netzen zur Prozessoptimierung und Rationalisierung

Unternehmen wie Google, Facebook & Co. profitieren von neuen Methoden zur automatischen Sprachverarbeitung. Das Projekt macht diese auch für deutschsprachige KMUs nutzbar.

Projektbeschreibung

Das Fachgebiet Multimedia Kommunikation (KOM) wurde 1996 an der Technischen Universität Darmstadt gegründet und ist dort im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik angesiedelt. KOM verfolgt die Vision einer nahtlosen Kommunikation, in der Menschen überall auf der Welt unabhängig von ihrem Standort und technischen Rahmenbedingungen effektiv zusammen arbeiten, kommunizieren und Informationsdienste nutzen können. In der Adaption von Diensten und Infrastrukturen auf verschiedenen Ebenen sieht das Fachgebiet einen Schlüsselmechanismus, um dieser Vision näher zu kommen und die Anforderungen Performanz, Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit zu realisieren. Partner des Projekts ist die wer denkt was GmbH (wdw) in Darmstadt, die seit 2011 Software und Verfahren für Bürgerbeteiligung und Crowdworking entwickelt.
Neue Methoden in der Künstlichen Intelligenz (KI) und der Sprachverarbeitung nutzen tiefe neuronale Netze und erreichen damit beeindruckende Durchbrüche beim automatischen Textverständnis (NLU) und bei der automatischen Textgenerierung (NLG). Dabei beschränken sich diese Durchbrüche nicht nur auf die Forschung, sondern werden von Großkonzernen - vornehmlich den ausländischen-, wie Alibaba, Facebook, Apple oder Google, in Produkte integriert, um ihre Marktführerschaft zu untermauern. Im deutschsprachigen KMU-Sektor finden Verfahren zu automatischem Textverständnis und -generierung hingegen weitaus seltener Anwendung. Dies liegt an ihrer inhärenten Komplexität, ihrem hohen Datenbedarf und am Deutschen als weniger erforschter Verarbeitungssprache. Ziel dieses Projektes ist es deshalb, moderne, auf neuronalen Netzen basierte KI-Verfahren zur Sprachverarbeitung für deutschsprachige KMUs nutzbar zu machen.
Von den Ergebnissen des Projektes profitieren deutschsprachige KMUs, die viel Freitext bearbeiten müssen und dabei Zeit sparen wollen. Exemplarisch ist dies hier die wer denkt was GmbH, welche Plattformen für Bürgerbeteiligung und Crowdworking zur Verfügung stellt. Für die Bürgerbeteiligungs-Plattform wird ein NLU-Verfahren zur automatischen Evaluation von Freitextantworten entwickelt. Dies hilft, die Beiträge der Bürger*innen zu kommunalpolitischen Fragestellungen zu strukturieren und beispielsweise Schlüsselphrasen zu extrahieren, Themenbereiche zuzuordnen oder Zusammenfassungen zu erstellen. Für die Crowdworking-Plattform "appJobber" wird exemplarisch ein NLG-Verfahren zur automatischen Fragegenerierung entwickelt. Die Plattform bietet sogenannten "Crowdworkern" kleine Aufgaben an, die gegen Bezahlung bearbeitet werden müssen. Die Anleitungen zu den Aufgaben führen jedoch oft zu Rückfragen oder Fehlern. Hier soll die automatische Fragegenerierung helfen, die Qualität der Anleitungen zu verbessern, das Textverständnis beim Crowdworker und damit die Akzeptanz dieser Arbeitsweise zu erhöhen. Letztlich wird damit im internationalen Vergleich die Wettbewerbsfähigkeit für das Crowdworking gesteigert.

Fördermittelgeber

Hessische Staatskanzlei - Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung
Distr@l Logo kurz
Wir erhoffen uns einen erheblichen Effizienzgewinn in der Auswertung und beim Management unserer Plattformen für Bürgerbeteiligung und Crowdworking. Aktuell sind wir dabei noch auf die manuelle und sehr zeitintensive Auswertung durch Fachexperten angewiesen.
Dr. Robert Lokaiczyk
wer denkt was GmbH

Impressionen

© wer denkt was GmbH
© wer denkt was GmbH
© TU Darmstadt, FG Multimedia Kommunikation