BMDNow

BMDNow nutzt bereits vorhandene CT-Aufnahmen, um die Knochendichte automatisch zu bestimmen. So kann Osteoporose früher erkannt werden - ohne zusätzliche Untersuchung oder Strahlenbelastung.

Letzte Aktualisierung:

BMDnow - AI enhanced bone insight

© garritz international

Projektdetails

In Deutschland werden jedes Jahr rund 14 Millionen CT-Untersuchungen durchgeführt. Bei einem großen Teil davon ist auch die Wirbelsäule abgebildet. Diese Aufnahmen enthalten Informationen über die Knochendichte, die bislang jedoch meist ungenutzt bleiben. Dabei könnte eine Osteoporose auf diese Weise häufig erkannt werden, noch bevor es zu einem Knochenbruch kommt.

Genau hier setzt BMDNow an: Die Software wertet bereits vorhandene CT-Aufnahmen nachträglich aus und bestimmt daraus automatisch die Knochendichte. Dafür erkennt eine KI-basierte Bildanalyse zunächst die einzelnen Wirbelkörper und grenzt den Knochen vom umliegenden Gewebe ab. Auf dieser Grundlage berechnet ein mathematisches Verfahren anschließend einen quantitativen Wert für die Knochendichte.

Anders als bei etablierten Verfahren ist dafür weder ein spezielles Messgerät noch eine eigens geplante Knochendichtemessung erforderlich. BMDNow kann vielmehr auf bereits archivierte CT-Daten zurückgreifen. Dadurch lassen sich vorhandene Aufnahmen für zusätzliche diagnostische Informationen nutzen, ohne dass Patientinnen und Patienten erneut untersucht oder zusätzlicher Strahlung ausgesetzt werden müssen.

BMDNow richtet sich vor allem an Krankenhäuser und radiologische Praxen, in denen täglich große Mengen an CT-Daten entstehen und archiviert werden. Die Software soll sich in bestehende klinische IT-Systeme integrieren und geeignete Untersuchungen automatisch identifizieren und auswerten. Die Ergebnisse werden anschließend direkt im gewohnten radiologischen Arbeitsablauf, etwa im Bildarchiv oder am Befundungsarbeitsplatz, bereitgestellt.

Damit kann die Knochendichtebestimmung ohne zusätzlichen Untersuchungstermin und ohne zusätzliche Geräte in die bestehende Versorgung eingebunden werden. Besonders profitieren Patientinnen und Patienten mit bislang unerkannter Osteoporose, bei denen CT-Aufnahmen aus anderen medizinischen Gründen bereits vorliegen. Für Kliniken und Praxen entsteht so die Möglichkeit, vorhandene Bilddaten zusätzlich für die Früherkennung zu nutzen und auffällige Befunde gezielt einer weiteren Diagnostik oder Behandlung zuzuführen.

BMDNow ist aus einer langjährigen Zusammenarbeit des Universitätsklinikums Frankfurt mit dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt entstanden. Seit 2009 wurde gemeinsam ein physikalisch fundiertes Verfahren entwickelt, mit dem sich die Knochendichte aus CT-Daten bestimmen lässt. Die Methode wurde in zwölf begutachteten Fachartikeln veröffentlicht und 2023 in die Praxisparameter des American College of Radiology aufgenommen.

Gefördert durch

  • digitales.hessen DISTR@L
Digitale Technologie
Analytische InformationssystemeKünstliche Intelligenz (KI / AI)
Einsatzbereich
E-Health
Eingesetzte digitale Verfahren, Technik, Software und Methoden
''KIComputertomographieSegmentierungAI
Landkreis, kreisfreie Stadt
Frankfurt am Main
Förderprogramm
Distr@l - Validierung (FL 4A)
Fördersumme
999.788,00 €
Förderzeitraum
1. Okt. 2026 - 31. Dez. 2028
Status
aktiv

Antragsteller

Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Frankfurt am Main

Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt am Main

Ansprechpartner

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Leon David Grünewald

Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Frankfurt am Main

Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt am Main

gruenewald@med.uni-frankfurt.de