Hochflexible Speicherkraftwerke auf Wasserstoff-Basis
Im Rahmen des Projekts wird eine Machbarkeitsstudie zur Potentialanalyse wasserstoffbasierter Kleinkraftwerke durchgeführt.
Letzte Aktualisierung:
Projektdetails
Im Rahmen des Projekts wird eine Machbarkeitsstudie zur Potenzialanalyse wasserstoffbasierter Kleinkraftwerke durchgeführt. Das Projekt DIPAHS widmet sich der systematischen Aufbereitung von Messdaten und der Entwicklung digitaler mathematischer Modelle, die wasserstoffbasierte Kleinkraftwerke präzise beschreiben. Ziel dieser Datenaufbereitung und Modellbildung ist es, das Systemverständnis zu vertiefen und Optimierungspotenziale für den Einsatz hochflexibler Speicherkraftwerke auf Wasserstoffbasis zu identifizieren.
Die zentrale Problemstellung besteht darin, dass wasserstoffbasierte Kleinkraftwerke derzeit ausschließlich als Forschungskraftwerke im Energienetz existieren. Es gibt zahlreiche offene Fragen, insbesondere zur Bestimmung der optimalen Speichergrößen für Batteriespeicher, Wasserstoffspeicher, Brennstoffzellen und Elektrolyseeinheiten.
Angesichts des fortschreitenden Ausbaus regenerativer Energien ist es von entscheidender Bedeutung, den Eigenverbrauch und die Eigenenergiespeicherung in Unternehmen zu maximieren und gleichzeitig die Belastung der Elektroenergienetze zu reduzieren. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, da die Herausforderungen im Bereich der Energiespeicherung derzeit vorwiegend dezentral gelöst werden müssen. Ein herausragendes Merkmal dieses Vorhabens ist die umfassende Vermessung des Gesamtsystems.
Die Hochschule Fulda, Team Erneuerbare Energien und Elektromobilität, forscht im Bereich der Energiewende und Energiespeichertechnik. Die im Vorhaben gewonnenen Daten dienen als Basis für die Systemmodellierung und einen geplanten Forschungsantrag zu Kleinkraftwerken. Zielgruppe sind Unternehmen, Mittelstand und Produktionsbetriebe, die ihre Energieversorgung mit regenerativen Quellen ausbauen und Wasserstoff als Energieträger nutzen möchten. Ziel ist die Verbesserung des Systemverständnisses und die Identifikation von Optimierungspotenzialen für hochflexible Wasserstoff-Speicherkraftwerke. Eine Innovation liegt in der Verknüpfung von Elektro- und Wärmeenergieflüssen, um Verlustwärme effizient zu nutzen. Die Daten ermöglichen eine Potenzialanalyse, die Unternehmen hilft, ihre Energieversorgung zu optimieren, Ressourcen effizient einzusetzen und einen Beitrag zur Energiewende und nachhaltigen Wirtschaft zu leisten.
Die Grundlage für das Projekt bildete das Konzept, Batteriespeicher (Kurzzeitspeicher) mit Wasserstoffspeichern (Langzeitspeicher) zu kombinieren, um die dabei entstehende thermische Verlustleistung für die energetische Konditionierung – beispielsweise zur Beheizung von Gebäuden – nutzbar zu machen. Es ist vorgesehen, die entwickelten Systemmodelle mithilfe typischer Energieverbrauchsdaten hessischer KMU zu verifizieren. Ziel ist es, die optimale Dimensionierung künftiger Multienergiespeichersysteme zu ermitteln und die daraus resultierenden Einsparpotenziale zu quantifizieren.
Showroom
Im Projekt DIPAHS wurde unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ulf Schwalbe eine digitale Methodik zur präzisen Systemauslegung und Analyse wasserstoffbasierter Multienergiesysteme entwickelt. Da die Projektierung dezentraler Speicherkraftwerke durch die Kopplung von elektrischen, thermischen und chemischen Energieflüssen hochkomplex ist, wurde ein skalierbares digitales Toolset erarbeitet, das wissenschaftliche Modelle für die industrielle Praxis nutzbar macht.
Kern des Vorhabens waren der Aufbau einer Dateninfrastruktur und die Ableitung mathematischer Modelle für Schlüsselkomponenten wie Elektrolyseure und Brennstoffzellen. Ein wesentliches Ergebnis ist das vertiefte Verständnis über die Einflüsse verschiedener Parameter auf das Gesamtsystem. Die Analysen belegen, dass durch Sektorenkopplung – insbesondere die Nutzung von Abwärme – Gesamtwirkungsgrade von etwa 70 % erreichbar sind.
Das Toolset minimiert das Planungsrisiko für KMU und unterstützt die Systemauslegung von Kleinkraftwerken zur Stärkung ihrer energetischen Resilienz. Die Ergebnisse dienen als Designgrundlage für zukünftige H₂-Kleinkraftwerke im Leistungsbereich von 100 kW und leisten einen konkreten Beitrag zur hessischen Wasserstoffstrategie.
Gefördert durch
- Digitale Technologie
Applikation Digitaler Zwilling
- Einsatzbereich
Energie 4.0 Mobilität
- Eingesetzte digitale Verfahren, Technik, Software und Methoden
Modellierung
- Landkreis, kreisfreie Stadt
Fulda
- Förderprogramm
- Distr@l - Machbarkeitsstudien (FL 1)
- Fördersumme
- 26.336,00 €
- Förderzeitraum
- 1. Dez. 2024 - 30. Nov. 2025
- Status
- abgeschlossen
Antragsteller
Hochschule Fulda
Leipziger Str 123
36037 Fulda
Ansprechpartner
Prof. Dr.-Ing. Ulf Schwalbe
Hochschule Fulda
Leipziger Straße 123
36037 Fulda