HörKI
Entwicklung und Evaluation einer digitalen automatisierten Hördiagnostik mit interaktiver KI-basierter Antworterkennung
Letzte Aktualisierung:
Projektdetails
Die Zahl der Menschen mit relevanter Schwerhörigkeit in Deutschland wird auf 5 bis 11 Millionen geschätzt. Dies kann die Kommunikationsfähigkeit im Alltag beeinträchtigen und zu sozialem Rückzug führen. Ziel der Versorgung mit Hörsystemen ist ein Sprachverstehen, das dem eines Normalhörenden möglichst nahekommt. Daher gilt die Sprachaudiometrie (d.h. die Untersuchung des Sprachverstehens) als Goldstandard in Diagnostik und Therapie. Angesichts des zunehmenden Mangels an Fachkräften und der wachsenden Notwendigkeit von Sprachaudiometrie in verschiedenen Sprachen besteht Bedarf an einer ressourcenschonenden, effizienten und dennoch validen automatisierten Durchführung dieser Tests. Das zentrale Ziel des Projektes „HörKI“ ist die Entwicklung eines neuartigen digitalen Audiometriesystems, das künstliche Intelligenz, automatische Spracherkennung und Multimikrofontechnologie kombiniert. Dies soll die automatisierte Erfassung des Sprachverstehens von Menschen mit und ohne Hörsystem in möglichst alltäglichen Hörsituationen ermöglichen, gleichzeitig jedoch mindestens genauso schnell und mindestens genauso valide wie die bisher übliche manuelle Sprachtestdurchführung durch eine Fachkraft sein. Technische Herausforderungen bestehen in der Entwicklung geeigneter Hardware für Sprachaufzeichnung und Sprachverarbeitung, die Gestaltung und das Training der Algorithmen zur Spracherkennung.
Die Sprachaudiometrie ist bei Hörakustikern, bei niedergelassenen Hals-Nasen-Ohrenärzten, sowie in Hals-Nasen-Ohren-Kliniken in der täglichen Routine im ständigen Einsatz. Sprachaudiometrische Verfahren mit Einsatz von automatischer Spracherkennung wurden bisher nur in wenigen Machbarkeitsstudien in universitären Umgebungen vorgestellt. Hierbei wurden bisher keine frei verfügbaren Spracherkennungssystem auf Consumer-Hardware verwendet, sowie eine datenschutzkonforme Verarbeitung der Sprachaufnahmen sichergestellt. Durch „HörKI“ soll das erste kommerziell verfügbare und als Medizinprodukt zugelassenes Hördiagnostiksystem (d.h. Audiometer) entstehen, welches über eine automatisierte Messprozedur zur Erfassung des Sprachverstehens verfügt.
Die geplante Innovation wird gemeinsam vom hessischen Unternehmen Acousticon Hörsysteme GmbH und der Abteilung Audiologische Akustik der Universitätsmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main entwickelt.
Acousticon Hörsysteme GmbH stellt seit über 40 Jahren zugelassene Medizinprodukte im Bereich der Hörakustik und Audiometrie her. Das aktuelle Messsystem des Unternehmens gilt als eines der modernsten und umfassendsten im audiologischen Bereich.
Die Abteilung Audiologische Akustik der Universitätsmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main forscht an neuen Sprachtestmethoden, die Alltagssituationen besser abbilden. Dabei kommen virtuelle Akustik und digitale Spracherkennung zum Einsatz. Im klinisch-wissenschaftlichen Bereich verfügt sie über große Erfahrung in der Durchführung klinischer Studien im Bereich der Hördiagnostik und der apparativen Therapie (z.B. implantierbare Hörgeräte, Cochlea Implantate).
Gefördert durch
- Digitale Technologie
Applikation Künstliche Intelligenz (KI / AI)
- Einsatzbereich
E-Health
- Eingesetzte digitale Verfahren, Technik, Software und Methoden
KI Sprachaudiometer Spracherkennung Machine Learning
- Landkreis, kreisfreie Stadt
Darmstadt-Dieburg
- Förderprogramm
- Distr@l - Digitale Produktinnovationen (FL 2A)
- Fördersumme
- 498.981,00 €
- Förderzeitraum
- 1. Jan. 2026 - 31. Dez. 2028
- Status
- aktiv
Antragsteller
Acousticon Hörsysteme GmbH
Hirschbachstraße 48
64354 Reinheim
Verbundpartner
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Theodor-W.-Adorno-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Ansprechpartner
Herr Harald Bonsel
Acousticon Hörsysteme GmbH
Prof. Dr. rer. med. Dipl.-Ing. Tobias Weißgerber
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
